Vorgestellt: Andrea Schemm, eure AR-Vorsitzende
von Anke Brettnich
von Anke Brettnich
Sie hat schon Erfahrung mit Genossenschaft, aber nicht zur Arbeitsplatzgründung speziell für Frauen – sondern einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt. „Man braucht Ausdauer und Begeisterung für die genossenschaftliche Idee“, sagt Andrea Schemm, die Vorsitzende des Aufsichtsrats der FrauenGeno Wiesbaden eG i.G. Die Maschinenbau-Ingenieurin hörte das erste Mal im Sommer 2024 von der Idee einer FrauenGeno und war sofort geflasht. „Nach der Infoveranstaltung im Heimathafen war für mich klar, dass ich diese Idee mit meiner genossenschaftlichen Gremienerfahrung unterstützen möchte.“
Genossenschaft aus Überzeugung und als Lebensform
„Satzung ist auch nicht mein Steckenpferd“, erzählt Andrea rückblickend, „aber es muss ja gemacht werden.“ Begeistert trat sie dem Arbeitskreis „Satzung & Gründung“ bei und ließ ihr spezielles Satzungs-Know-how einfließen, das sie zuvor mit ihrer Wohngenossenschaft Z.WO eG in Mainz gesammelt hatte. Dort ist sie Vorständin und wohnt seit eineinhalb Jahren selbst in der Genossenschaft, die unter anderem Clusterwohnungen umgesetzt hat: eine Wohnform, bei der sie mit gemeinsamer Wohnküche, Wohnzimmer und Loggia die sozialen Vorteile einer Gemeinschaft genießt, aber zugleich auch die Freiheit und Privatheit der eigenen vier Wände. Nach Dutzenden von Meetings und Vorbereitungstreffen wurde die fertige Satzung der FrauenGeno auf der Gründungsversammlung wenige Monate später angenommen und Andrea Schemm zur Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.
Was hältst du von der FrauenGeno?
„Ich bin überzeugt, dass echte Veränderung dort beginnt, wo Frauen sich zusammenschließen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam gestalten“, so Andrea, die sich – wie der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat – ehrenamtlich für die FrauenGeno einsetzt, alles neben ihrem Beruf. „Denn Genossenschaft ist auch eine Haltung“, fährt sie fort. „Was eine alleine nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam. Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und wirtschaftliche Teilhabe von und für Frauen sind Dinge, für die ich mich wahnsinnig gerne einsetze. Gerne dürfen auch andere Menschen sich einbringen, damit sich die Arbeit ein bisschen besser verteilt. Es ist so sinnvoll!“
Wie siehst du die Chancen für die FrauenGeno und ihre Projekte?
„Die Idee einer FrauenGeno begeistert Menschen, weil wir hier mit einer werteorientierten Vision ein gesellschaftliches Problem angehen und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten wollen: Wirtschaftliche Selbstbestimmung von Frauen, nachhaltiges und regionales Wirtschaften und die Kraft der Gemeinschaft sind etwas, wofür sich der Einsatz lohnt. Ich bin davon überzeugt, dass wir Schritt für Schritt weiter und wieder gemeinsam wachsen werden. Vieles ist möglich.“
Natürlich brauche es auch Zeit, Ausdauer und mehr aktive Mitgestalterinnen, hebt sie noch einmal hervor. Aktuell etwa für das Projekt „Soul Place“, das im Arbeitskreis „Gastronomie & Catering“ entstanden ist. Ein Restaurant, das nicht nur Arbeitsplätze und den angestellten Frauen ein sicheres Leben bieten soll, sondern auch einen sozialen Raum für die Nachbarschaft.
STECKBRIEF
Andrea Schemm ist seit ihrem dualen Studium Maschinenbau und einem MBA ihrem Arbeitgeber Opel treu geblieben und leitet dort die Abteilung „Vehicle Engineering Quality“ mit 30 Mitarbeitenden. Sie fuchst sich gerne in Details ein, liebt Genossenschaften und nennt als zweitliebstes Hobby Yoga und Wandern auf dem Rheinsteig. Geboren ist Andrea in Kitzingen – eine fränkische Powerfrau!
Aktuelles: Soul Place